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Geschlechtsbeeinflussung eines Neugeborenen

    Erlaubt die ehrwürdige Scharia das Verwenden dessen, zu dem die moderne Wissenschaft hinsichtlich der Frage Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus gelangt ist?

Allah der Erhabene erschafft den Menschen in ausgewogener Gestalt. So macht ER ihn zu Paaren, nämlich männlich und weiblich. ER bestimmt für jeden der beiden dessen Charakteristika, die den Aufgaben entsprechen, die ER für ihn vorsieht. Ferner legt ER dar, dass eben dies die Natur der Schöpfung ist, die deren Fortbestehen bedingt. So sagt der Erhabene:
يَا أَيُّهَا النَّاسُ اتَّقُوا رَبَّكُمُ الَّذِي خَلَقَكُمْ مِنْ نَفْسٍ وَاحِدَةٍ وَخَلَقَ مِنْهَا زَوْجَهَا وَبَثَّ مِنْهُمَا رِجَالًا كَثِيرًا وَنِسَاءً وَاتَّقُوا اللَّهَ الَّذِي تَسَاءَلُونَ بِهِ وَالْأَرْحَامَ إِنَّ اللَّهَ كَانَ عَلَيْكُمْ رَقِيبًا
O ihr Menschen! Seid demütig in Ehrfurcht gegenüber eurem Herrn, DER euch aus einer einzigen Seele erschafft! Und ER erschafft aus ihr ihren Partner und ER verbreitet aus beiden viele Männer und Frauen. Und seid demütig in Ehrfurcht gegenüber Allah, DEN ihr bittet! Und eure Verwandtschaftsbande! Wahrhaftig, Allah wacht über euch!
 (Sure 4, Vers 1)
Der Erhabene sagt ferner:
وَأَنَّهُ خَلَقَ الزَّوْجَيْنِ الذَّكَرَ وَالْأُنْثَى * مِنْ نُطْفَةٍ إِذَا تُمْنَى
Und dass ER beide Partner, den männlichen und den weiblichen, erschafft aus einem Samentropfen, wenn er ejakuliert wird.                                                                          (Sure 53, Verse 45-46)
Der Erhabene sagt weiterhin:
وَمِنْ كُلِّ شَيْءٍ خَلَقْنَا زَوْجَيْنِ لَعَلَّكُمْ تَذَكَّرُونَ
Und von jedem Ding erschaffen WIR zwei Partner; vielleicht seid ihr ja eingedenk.
(Sure 51, Vers 49)
Diese Vielfalt in der Schöpfung und das Gleichgewicht in der Natur sind es, die die Weisheit Allahs des Erhabenen, DER um jede Sache weiß und einer jeden Sache fähig ist, bedingen.
Wenn wir uns mit einer Frage wie Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus auseinandersetzen, dann behandeln wir diese auf zwei verschiedenen Ebenen:Erstens auf individueller Ebene und zweitens auf der Ebene des Kollektivs.
Individuelle Ebene:
Die Rechtsnorm für die Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus lautet auf Indifferenz; denn bei den Angelegenheiten gilt der Status des Indifferenten als Grundregel und nur ein Quellentext kann etwas als haram bezeichnen. Zum Bittgebet Zacharias (Friede sei mit ihm!) gehörte Folgendes:
فَهَبْ لِي مِنْ لَدُنْكَ وَلِيًّا * يَرِثُنِي وَيَرِثُ مِنْ آلِ يَعْقُوبَ 
 
So schenk mir von Dir aus einen nahen Verwandten, der mich beerbt und von der Sippe Jakobs erbt ...
(Sure 19, Vers 5)
Auf diese Weise bat Zacharia Allah um einen Sohn. Ebenso lobpreiste Abraham seinen Herrn, als ER ihm einen Sohn geschenkt hatte. So sagte er:
الْحَمْدُ لِلَّهِ الَّذِي وَهَبَ لِي عَلَى الْكِبَرِ إِسْمَاعِيلَ وَإِسْحَاقَ إِنَّ رَبِّي لَسَمِيعُ الدُّعَاءِ
Der Lobpreis ist Allahs, Der mir trotz meines hohen Alters Ismail und Isaak geschenkt hat! Wahrhaftig! Mein Herr ist gewiss der Erhörende des Bittgebets!
(Sure 14, Vers 39)
Al-Baidaawie sagte: "Dies beinhaltet einen Hinweis darauf, dass Abraham zu seinem Herrn gerufen und IHN um einen Sohn gebeten hat. Dann hat Allah seine Bitte erfüllt, als er schon die Hoffnung aufgegeben hatte, damit dies zu den größten und bedeutendsten Gnaden gehört." [Siehe: Tafsieru-l-Baidaawie, Bd. 3, S. 201].
Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte: "Sulaimaan ibn Daawud (Friede sei mit beiden!) sagte: »Ich mache mit Sicherheit in dieser Nacht die Runde bei einhundert - oder neunundneunzig - Frauen, und alle werden jeweils einen Ritter zur Welt bringen, der auf dem Weg Allahs kämpfen wird!« Sein Gefährte sagte dann zu ihm: »Sag: 'So Allah will!'«Er sagte dies aber nicht und keine der Frauen wurde schwanger, mit Ausnahme einer Frau, die eine Missgeburt zur Welt brachte. Ich schwöre bei Dem, in Dessen Hand mein Leben ist, dass alle, wenn er "so Allah will" gesagt hätte, Ritter geworden wären, die auf dem Weg Allahs gekämpft hätten!«" [Überliefert von Al-Buchaari und Muslim, wobei Al-Buchaari dies wie folgt ausdrückte: Kapitel für jemanden, der um einen Sohn ob des Kämpfens bittet.]
In der Sunna gibt es einen Hinweis auf die Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus. Thaubaan berichtete, dass der Gesandte Allahs (Allah segne ihn und schenke ihm Wohlergehen!) sagte: "Das Sperma des Mannes ist weiß und die Flüssigkeit der Frau gelb, und wenn sie Verkehr haben und das Sperma des Mannes die Flüssigkeit der Frau überwiegt, wird es durch die Erlaubnis Allahs ein männliches Kind, und wenn die Flüssigkeit der Frau das Sperma des Mannes überwiegt, wird es durch die Erlaubnis Allahs ein Mädchen." [Überliefert von Muslim.]
Wenn wir den Hadith so verstehen und das sich in ihm Befindliche in die Praxis umsetzen, um zur Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus zu gelangen, spricht nichts gegen uns. Es ist uns gestattet aus mit den Sinnen nicht wahrnehmbaren Angelegenheiten, die uns der Gesetzgeber Allah mitteilt, Nutzen zu ziehen, mit Ausnahme dessen, was ER verboten hat.
Dies beweist die Zulässigkeit ein bestimmtes Geschlecht zu wünschen und auch, dass die Bemühung darum legitim ist. Und die Angelegenheiten hängen mit ihren Absichten zusammen.
Ebene des Kollektivs:
 Behandeln wir dieses Thema jedoch auf der Ebene des Kollektivs, so ist die Lage etwas anders, denn die Angelegenheit steht hierbei eventuell im Zusammenhang mit einer Störung des natürlichen Gleichgewichts, das Allah der Erhabene erschaffen hat, sowie mit einer Störung der Parität zwischen männlich und weiblich, die einen wichtigen Faktor der Kontinuität der menschlichen Fortpflanzung darstellt. Die Frage entwickelt sich somit zu einer Art Widerstand gegen Allah den Erhabenen hinsichtlich SEINER Schöpfertätigkeit, und zwar durch einen Versuch der Änderung deren Ordnung und Erschütterung deren Struktur sowie Vernichtung deren Mittel, durch die ER das Leben der Menschheit aufrechterhält.
Einwände und Entgegnungen auf sie:
Diesbezüglich werden eventuell einige Einwände vorgebracht, zu denen Folgendes gehört:
Wenn man sagt: Die Worte Allahs des Erhabenen
لِلَّهِ مُلْكُ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ يَخْلُقُ مَا يَشَاءُ يَهَبُ لِمَنْ يَشَاءُ إِنَاثًا وَيَهَبُ لِمَنْ يَشَاءُ الذُّكُورَ * أَوْ يُزَوِّجُهُمْ ذُكْرَانًا وَإِنَاثًا وَيَجْعَلُ مَنْ يَشَاءُ عَقِيمًا إِنَّهُ عَلِيمٌ قَدِيرٌ
Allahs ist die Herrschaft der Himmel und der Erde. ER erschafft, was ER will. ER gewährt, wem ER will an Weiblichem, und ER gewährt, wem ER will an Männlichem, oder ER gewährt ihnen Zweiheiten – Männliche und Weibliche. Und ER macht, wen ER will, unfruchtbar. Wahrhaftig! ER ist allwissend, allfähig.
(Sure 42, Verse 49-50)
verbieten die Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus, denn Allah ist derjenige, DER das gewährt, was ER will, entgegnen wir darauf wie folgt: Allah gewährt wahrhaftig, wem ER will und was ER will. So sind die eingehende Beschäftigung mit der Schenkung Allahs und das Streben nach dieser nicht untersagt; denn dies gleicht Versorgung, Barmherzigkeit und allen Schenkungen Allahs des Königs und Schenkenden. Dann macht Allah der Erhabene, wen ER will, unfruchtbar. Trotzdem ist die ärztliche Behandlung bei Unfruchtbarkeit gestattet. Auf diese Weise ist die Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus zulässig.
Wenn man sagt "Es mag sein, dass die Leute sich der Auswahl einer einzigen Art zuwenden, die meistens die der Männlichen ist, wobei dies die Vernichtung des menschlichen Geschlechtes darstellt", entgegnen wir: Nicht alle Leute wenden sich der Schwangerschaft mittels Geschlechtsbestimmung zu. Es gibt einige Leute, die weibliche Kinder haben möchten, weil sie beispielsweise schon männliche haben. Es gibt jedoch andere Leute, die weibliche haben möchten, weil der Vater unter einer Krankheit leidet, die sich auf männliche Kinder und nicht auf weibliche überträgt, insbesondere wenn diese Krankheit körperliche Mängel oder Geistesstörung verursacht. Überdies gehen die besten Ergebnisse der Zentren für Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus nicht über 50% hinaus.
Wenn man sagt "Dies enthält eine Änderung der Schöpfung Allahs", entgegnen wir darauf Folgendes: Die Geschlechtsbestimmung enthält keine Änderung, denn die Änderung erfolgt nach der Bestimmung. Und hier ist die Bestimmung zuerst geschehen.
Wenn man sagt: "Dies führt zur Abstammungsungewissheit", entgegnen wir darauf wie folgt: Wir geben Empfehlungen, dass die Bestimmung gemäß den schariatischen Einschränkungen erfolgt.
Wenn man sagt: "Dies ist Unfug, den man nicht machen darf", entgegnen wir wie folgt: Unfug ist etwas, das man ohne Nutzen macht. Wir haben jedoch hier den Nutzen der Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus und den Bedarf nach ihr vom Tatbestand und von der Scharia her nachgewiesen.
Zusammenfassung:

Dem Erwähnten entsprechend gibt es einen Unterschied bei der Rechtsnorm zwischen der Geschlechtsbeeinflussung eines Fetus auf individueller und auf kollektiver Ebene, und zwar auf Grund dessen, was von der Scharia her an Verschiedenheit einer Fatwa im Gegensatz zur Bindung einer Rechtsnorm an das Individuum und an das Kollektiv vorgesehen ist. Und dies finden wir oft in den Büchern des islamischen Rechts.

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